Ehedem vom Plattensee stammt einer, wenn nicht gar der edelste unter den Süßwasserfischen ursprünglich. Von dort, wo er als Fogosch das Gÿlasch um Längen übertrumpft.
Denn die ursprüngliche Verbreitung des Zanders (frz. sandre – it. luccioperca) erstreckt sich östlich der Elbe über Schweden, Finnland, Russland bis zum Kaspischen Meer. In den übrigen Regionen Europas wurde er erst durch Besatzmaßnahmen eingebürgert. Ausgenommen die Ostsee und deren Bodden («Haff-Zander») – denn auch im leicht salzigen Wasser fühlt sich der Zander ausgesprochen wohl.
Sein italienischer Name wie auch die stachelige Rückenflosse künden von der Verwandschaft zu den Barschartigen.
Doch artig ist er keinesfalls. Eher verfressen! Ich erinnere einen, der noch im Bassin von Meister Burkard jr. aus Seligenstadt einen kleinen Artgenossen mitsamt Angelhaken im Maul trug. Die nächste Anekdote aus der Frankfurter Kleinmarkthalle: Eine Kundin fragte, als beim Ausnehmen ein kleiner Zander dem Magen entschlüpfte, ob denn der von ihr erstandene Fisch gar trächtig sei …
Zwar werden Zander wie auch Hechte in Karpfenteichen gehalten, um die Nahrungskonkurrrenten der Schleien und Karpfen zu dezimieren.
Doch einem dieser beiden Räuber aus Fließgewässern können diese Exemplare geschmacklich nicht das Wasser reichen. Auch, weil die Teiche für sie quasi das Schlaraffenland bedeuten, in dem die gebratenen Tauben ohne große Anstrengungen zu erbeuten sind.
Schlussendlich: Wolfram Siebeck sei an dieser Stelle doch energisch widersprochen. Denn seine Behauptung »Der Zander hat seit einigen Jahren eine erstaunliche Popularität gewonnen. Erstaunlich deshalb, weil man mit ihm nicht viel anfangen kann.« (Die Zeit vom 7. August 2003) entbehrt offenbar jeglicher Empirie!
Lässt sich doch ein Zander nicht nur recht variantenreich zubereiten, sondern sein Fleisch zählt zu den größten Delikatessen, mit denen heimische Gewässer aufwarten.
100 gr. Zander enthalten 91 kcal (382 kJ), 19,2 gr. Protein und 0,7 gr. Fett.



Frische Fische für den Main
Das Fisch-Lexikon der »Deutsche See«