Der Wels (frz. silure – it. siluri) ist ein großer Fresser, der so gut wie nichts von dem verschmäht, was ihm vor’s Maul kommt. Bereits einjährige Welse erreichen spielend ein knappes Kilo, Längen bis zu drei Metern und Gewichte bis zu 150 kg sind bei ausgewachsenen Welsen – vor allem im spanischen Ebro – nicht selten.
Südlich des Mains und mehr noch Österreich ist weniger vom Wels, denn vom »Waller« die Rede, geht es um diesen gefräßigen und vorwiegend nachtaktiven Räuber.
Durch seine sensible Barteln geht er kaum einem Fischer in Netz oder Reuse, ähnlich der Aalquappe. Und so entstammen die Welse, die auf den Märkten zu erstehen sind, meist Teichwirtschaften mit Karpfenzucht, wo Welse gerne mitgehalten werden, um Nahrungskonkurrenten wie Weißfische aller Art in Grenzen zu halten.
Das Fleisch junger Exemplare ist fast dem des maritimen
Seeteufels vergleichbar. Das Fleisch älterer Fische wird durch die Zubereitung leider ausgesprochen zäh, faserig und trocken. Bei der Zubereitung sollten die Bauchlappen und der am Rücken eventuell vorhandene Fettstrang weg geschnitten werden – anderenfalls könnte das Fleisch (wie erwähnt: abhängig von der Herkunft des Fisches) etwas modrig schmecken.
Mit dem in letzter Zeit häufig angebotenem amerikanischen Wels, dem Catfish aus dem Mississippi-Delta, hat der europäische Wels kaum mehr als den Namen gemein. Beide unterscheidet nicht nur die Größe, sondern auch die Zahl der Barteln: Der amerikanische Wels trägt außer den vieren am Kinn weitere zwei oberhalb des Maules. Er ist ein anspruchsloser Zuchtfisch, der oftmals mit genmanipuliertem Soja gemästet wird.
Um an dieser Stelle über das kulinarische Erlebnis erst gar nicht erst zu reden …
100 gr. Wels enthalten 175 kcal (731 kJ), 15,3 gr. Protein und 11,3 gr. Fett.



Das Fisch-Lexikon der »Deutsche See«