Mit ihrer ebenso hoch- wie langgezogenen Rückenflosse gehört die Äsche (fr. ombre de rivière – it. temolo) zu den ästhetischsten Figuren mitteleuropäischer Fließgewässer. Und zum bevorzugten Objekt der Begierde bei den Fliegenfischern – zu denen übrigens auch der in »abgebrüht & ausgekocht« oftmals bemühte Meisterkoch von der Stuttgarter »Wielandshöhe«, Vincent Klink, zählt.
Letzte sind aller Wahrscheinlichkeit nach auch die einzigen, die diesen Fisch in der heimischen Küche zubreiten können.
Denn die Bestände der Äsche sind durch das, was anmaßend sich mit dem Deckmäntelchen von Zivilisation behängt, in ihrem natürlichen Bestand stark gefährdet.
So dass die zwei bedeutendsten österreichischen Angelorganisationen, das Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz und der Verband der Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Vereine, mit der Wahl der Äsche zum Fisch des Jahres 2002 generell auf die Bedrohung der heimischen Fischarten und ihrer Lebensräume hinweisen möchten.
Reagiert doch die Äsche auf Umweltverschmutzung sensibler als alle anderen Artgenossen. »Sie ist die erste, die vertrieben wird,« – so die überaus plausible Begründung – »wenn die Wasserqualität sich verschlechtert.«
Dennoch: Ihr wohlschmeckendes Fleisch duftet im frischen Zustand ganz dezent nach Thymian. – Daher auch der lateinischer Name »Thymallus thymallus«.
Wer allen widrigen Umständen zu Trotz einer Äsche habhaft werden kann: Filetieren, häuten, die Filets kurz pochieren und ohne jeglichen Chi-Chi auf den Tisch bringen. C’est ça: Nature pure!

