Ebenfalls ein Meeresbewohner, der – obgleich wahrlich kein Adonis – vermehrt auf den europäischen Fischmärkten feilgeboten wird, ist der Steinbeisser (frz. poisson-loup – it. pesce lupo).
Öfter noch freilich begegnet man ihm unter den Namen Kattfisch, (gestreifter wie auch gefleckter) Seewolf bzw. als Loup-Filet – keinesfalls mit dem
Loup de Mer zu verwechseln – oder auch Karbonadenfisch im Handel.
Auch wenn er so gut wie nicht gezielt befischt wird, gelangen jährlich weltweit um die 50.000 Tonnen dieses Burschen in den Handel. Was um so mehr erstaunt, da sein Verbreitungsbegiet auf die Atlantikküsten Frankreichs und der britischen Inseln, Island, die Nordsee, die norwegischen Küste (und Fjorde) sowie die Gewässer bis zur sibirischen Insel Nowaja Semlja beschränkt ist. Im Pazifik um Japan herum und vor der kalifornischen Küste findet sich die pazifische Unterart.
Da aber geschlechtsreife Tiere sich aus den zuvor bevorzugten Tiefen um die 70 auf 200 Meter zurück ziehen, gehen sie den Schleppnetz-Trawlern quasi als Beifang in die Netze. Gezielt mit Langleinen befischt wird der Steinbeißer nur ausnahmsweise.
Sein Name ist sozusagen Programm: Mit seinem klobigen Kopf, dem breiten Maul und raubtierähnlichen Gebiss, in dem ausgefallene Zähne wie beim Hai sofort nachwachsen (ebenso übrigens auch verletzte Flossen und Schuppen), ernährt er sich mit Vorliebe von hartschaligem Getier wie Seeigel, Miesmuscheln, Herzmuscheln Austern und Krebse.
Bedingt durch sein Furcht erregendes, fast schon archaisch anmutens Äußeres (gleich dem Quastenflossler sind die Brustflossen stark ausgebildet, die Bauchflosse fehlt gänzlich) kommt der Steinbeißer ausschließlich als Filet oder Karbonade (quer zum Rückgrat geschnittene Tranchen) in den Handel.
Sein festes, weißes Fleisch ist auf Grund des relativ hohen Fettgehalts bestens zum Braten, Backen und Grillen geeignet.
100 gr. Steinbeisser enthalten 94 kcal. (402 kJ), 17,6 gr. Eiweiß und 2,8 gr. Fett.



Das Fisch-Lexikon der »Deutsche See«