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Sardellen

Sardellen
 

Gleich der Sardine zählt auch die Sardelle (frz.: anchois – it.: acciugha, alica) zu den heringsartigen Fischen. Die bis zu 15 Zentimeter lange Fischchen leben im Nordostatlantik von der westafrikanischen Küste bis Norwegen, im Mittel- und Schwarzen Meer.

Ihr Fleisch ist von intensivem Geschmack, fangfrisch mit Kopf gegrillt, sind sie einfach herrlich. Doch bedauerlicherweise finden sie sich bei uns eher selten frisch im Handel. In erster Linie kommen ihre Filets in Lake oder Öl oder auch als Anchovis, eingelegt in Marinaden, auf dem Markt.

Das Gros der Fänge – rund 30 Mio. Tonnen, Sandaale eingerechnet, erbeutet die sogenannte Gammelfischerei: Zu Pellets verarbeitet landet die Sardelle als proteinreiches Futter in der Aquakultur.

Die Nachrichtenagentur dpa meldete am 6. Juni 2005, aufgrund der jahrelangen Überfischung seien nun die Bestände vor der nordspanischen Küste erschöpft. Zwar ordnete die EU-Kommission einen sofortigen Fangstopp an, doch könnte es sein, dass diese Entscheidung zu spät kommt. Wo die Fischer in den sechziger Jahren bis zu 80.000 Tonnen per anno anlandeten, waren es in den ersten fünf Monaten 2000 gerade einmal 160 Tonnen.

Und: Bedingt durch die Erwärmung der südlichen Nordsee könnten Sardellen auch bald quasi vor der Haustür gefischt werden: »Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass wir einen Fleck südlich Helgolands haben, wo wir regelmäßig große Sardellen finden, die sogar laichreif sind, sich da also offensichtlich vermehren. Also, es ist zu erwarten, dass eher südliche Arten – und zu denen zählen Sardinen und Sardellen eindeutig – ihre Verbreitungsgrenze weiter nach Norden verschieben; und die eher Kälte liebenden Arten, zu denen auch der Hering gehört, die südliche Verbreitungsgrenze auch nach Norden verschieben.« (Christopher Zimmermann von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei im Deutschlandfunk vom 17.12.2007 )

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