Das weiße Fleisch des auch »Petermännchen« oder »Heringskönig« genannten »Sankt Petersfisches«, der sich im Handel zumeist unter seinem französischen Namen Saint-Pierre (it.: pesce San Pietro) findet, landete in Deutschland über lange Zeit in den Fischmehl-Fabriken, weil es angeblich faserig und zäh sei. Welch' ein Irrtum: Es ist sehr wohlschmeckend und bekommt diese schlechte Konsistenz einzig durch zu langes Garen.
Sein Körper ist seitlich fast flach wie ein Diskus, auf beiden Seiten hat der grau bis gelblich gefärbte Saint-Pierre je einen unregelmäßigen schwarzen Punkt, dem er seinen Namen verdankt: Der Legende nach handelt es sich hierbei um die Fingerabrücke des Apostel Petrus, der dem Fisch eine Münze aus dem Maul nahm, mit der er seine Steuern beglich; nur wird schwerlich ein Petersfisch, der im Ostatlantik von Südafrika bis Norwegen sowie im Kaspischen und Mittelmeer heimisch ist, sich in das Süsswasser des See Genezareth verirrt haben. Andererseits: Im See Genezareth wird ein dem Karpfen ähnelnder »Petersfisch« gezüchtet, dem freilich die schwarzen Flecken fehlen.
Beim Einkauf ist zu beachten, dass sein großer Kopf und die Innereien rund zwei Drittel des Gewichts ausmachen.
100 gr. Saint-Pierre enthalten 88 kcal (367 kJ), 17,8 gr. Protein und 1,4 gr. Fett.


Das Fisch-Lexikon der »Deutsche See«