Die karmesinfarbene Streifenbarbe (frz.: rouget de roche – it.: triglia di scoglio) zählt zu den teuersten Delikatessen aus dem Mittelmeer, wird aber ebenfalls von den Kanaren bis Südnorwegen gefischt. Sie gilt als die »Schnepfe« des Meeres: Denn da auch sie keine Galle ihr Eigen nennt, kann man bei kleineren Exemplaren bis zu 15 Zentimetern die Innereien vollständig, eben wie den sprichwörtlichen »Schnepfendreck«, mitessen.
Meerbarben sind Bodenfische und leben in kleinen Schulen; wie auch die im Süsswasser lebenden Barbenarten haben sie am Kinn zwei gabelförmige Barteln mit Geschmacks- und Tastorganen zum Aufspüren der Nahrung. Sie erreichen eine Maximallänge von 30 Zentimetern, der Gourmet zieht jedoch kleinere Exemplare vor, denn sie haben das feinste und schmackhafteste Fleisch. Werden Rotbarben, deren wenige Schuppen sich leicht lösen, filetiert – gehäutet werden sie wegen der schönen Farbe nicht -, sollten vor der Zubereitung unbedingt die seitlichen Stützgräten mit einer Pinzette aus dem Fleisch gezogen werden.
Eine weitere Meerbarbe ist die Rote Meerbarbe (frz.: rouget de vase – it.: triglia), sie wird etwas größer als die Rotbarbe und unterscheidt sich von dieser durch ihre silbrig schimmernden, mit rötlichen Schuppen besetzen Flanken.
Als Ferdinand Lesseps 1859 bis 1869 den Suezkanal erbaute, schuf er nicht nur eine Schiffspassage, sondern eröffnete gleichzeitg auch Fischen aus dem Indopazifik den Weg ins Mittelmeer. Dies dauerte zwar einige Jahrzehnte, weil sich zunächst der Salzgehalt der Binnenseen, die der Kanal miteinander verbindet, angleichen musste. Doch sind heute im Mittelmeer längst auch Meerbarbenarten eingebürgert, die ursprünglich aus dem Indopazifik stammen.
100 gr. Streifenbarbe enthalten 107 kcal (450 kJ), 20,1 gr. Protein und 2,0 gr. Fett.



Das Fisch-Lexikon der »Deutsche See«