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Kingklip
 

Im südlichen Afrika steht er schon lange auf den Speisekarten bzw. kommt auf die Teller.

In meinen Koch- und Warenkunde-Büchern zu Seafood freilich taucht er nicht auf! Es könnte evtl. daran liegen, dass diese auf den Markt kamen, als in Südafrika noch die Apartheid herrschte und – ich extrapoliere mal really political correct – der Klingklip dort eine eine ähnliche Rolle gespielt haben könnte wie der Lachs längs Rhein und Elbe mehr als ein Jahrhundert zuvor. Als Dienstboten zwischen Hamburg und Basel streikten. Mit der Forderung, von den Herrschaften höchstens fünf Mal pro Woche Lachs vorgesetzt zu bekommen.

Also: Ich hatte Kingklip (frz. Abadèche du Cap; der italienische Name fehlt ebenso wie – ausnahmsweise – das obligatorische Bild des ganzen Fisches) zwar die Tage als Filet in der Pfanne und auf dem Teller. Zum Wiederholungstäter wird mich das allerdings kaum machen.

Sind doch für meinen Gaumen Rotbarsch und Zander – um einfach nur etwas Vergleichbares in diesem Preissegemet zwischen 15-20 € pro kg. Filet zu nennen – durchaus schmackhafter. Denn der Eigengeschmack war wenig ausgeprägt, das Fleisch sehr fest, fast schon thunfischartig. Zu den Edelfischen sollte er keinesfalls gerechnet werden. Wenngleich ich nicht müde werde zu betonen, dass die deutsche Fischereiflotte noch während der sechziger Jahre, gingen ihren Trawlern Seeteufel ins Netz, diese »Beifänge« der Fischmehl-Produktion, also u.a. zur Herstellung von eiweissreichem Hühnerfutter, verkaufte.

Somit einfach der Vollständigkeit halber, das was mir so unterkam:

Zunächst: Trotz seines schlangenförmigen Körpers – die Form lässt sich an den Filets erahnen – ist er nicht zu verwechseln mit dem Meeraal (Conger).

Der ausgewachsen bis zu gut 1,5 m. lang und 15 kg. schwere Kingklip lebt in Tiefen zwischen 50 und 400 Metern, erährt sich als Raubfisch vorwiegend von Fischen, Kalmaren und Krebsgetier.

Gefischt wird er vor den Küsten Namibias und Südafrikas bis hinunter zum Kap der Guten Hoffnung kommerziell über Riffen und Felsen.

Im Handel findet sich vorwiegend die (gehäutete) Variante mit rötlicher Haut, der sog. südafrikanische Kingklip, zoologisch: »Genypterus capensis«. Doch auch vor der chilenischen Küste finden sich Unterarten mit schwarzer und goldener Haut. Botanisch soll’s sich hierbei um den »Genypterus blacodes« (frz.: Abadèche rosé) handeln.

Da die vormals gängigen Speisefische des nördlichen Atlantiks – bedingt durch Jahrzehnte währende Überfischung – offenbar rar und teuer werden, werden sich künftig aller Vorraussicht nach weitere, bislang nicht angebotene Sorten in den Fisch-Theken finden.

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