Puristisch betrachtet handelt es sich bei Salz nicht um ein Gewürz im eigentlichen Sinne, sondern um ein Mineral – ohne dessen Würze freilich Kochen schwer möglich wäre.
Gewöhnliches Speise- oder Kochsalz wird aus Jahrtausende alten Salzstöcken ausgewaschen. Bis in die salzenthaltenden Schichten werden Bohrlöcher getrieben, durch diese läuft Grundwasser in die Salzfelsen und löst sie auf. Die Sole wird abgepumpt und anschließend in Salinen in Sudpfannen eingedampft bis das Wasser verdunstet und das Salz kristallisiert ist. Die weisse Farbe erhält Speisesalz durch chemische Bleiche, die Rieselfähigkeit durch den Einsatz von Trennmitteln. In diesen Bearbeitungsprozessen fallen alle enthaltenen Mineralien und Spurenelemente aus.
Jodsalz ist nachträglich mit Jod angereichertes Speisesalz, über seine Vor- und Nachteile ist sich die Wissenschaft (noch) nicht einig.
Meersalz wird in den sogenannten Salzgärten gewonnen: Meerwasser wird in flache, künstlich angelegte Becken geleitet, Sonne und Wind verdunsten das Wasser, zurück bleibt das kristalline Salz. Nach dem Entfernen von Verunreinigungen wie Sand und Kieseln wird es gemahlen und in grober oder feiner Körnung, gebleicht oder ungebleicht, angeboten. Ungebleichtes Salz ist vorzuziehen, weil es nicht chemisch aufbereitet wurde – nicht weil es reicher an Mineralien und Spurenelementen ist, denn deren Anteile sind minimal.
Steinsalz wird untertage in den Salzstöcken abgebaut. Es ist sehr hart und schmilzt beim Erhitzen nicht.
Bei Himalaya-Salz, der aktuelle Abzocker (Kilo-Preise von deutlich mehr als 5 € sind die Regel!) in Reformhäsern, handelt es sich um nichts anderes als um ein «stinknormales» Steinsalz. Esoterisch angehauchte Zeitgenossen beteuern zwar inständig, es enthalte alle ebenfalls im menschlichen Blut vorkommenden 84 «lebenswichtige Elemente». Doch werden sie diese wohl kaum aus dem Stegreif aufzählen können. Und was dieses Produkt – die mantra-gleiche Betonung der manuellen Bearbeitung, Waschung und Trocknung scheint zumindest dem Traditionalisten von «abgebrüht & ausgekocht» eher maschinenstürmerische Ideologie – gegenüber einem Meersalz auszeichnen soll … what ever will be, will be, the future’s not ours to see ;o)

