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Bärlauch

Bärlauch
 

Im späten Frühjahr, bereits vor dem ersten heimischen Spargel und den ersten Morcheln, findet sich bei gut sortierten Gemüsehändlern und mehr noch in feuchten Auen wie etwa dem »Kühkopf« südlich von Frankfurt am Main ein enger Verwandter, der Bärlauch, der – je nach Gusto – mehr oder minder dezent die Aromen von Schnitt- und Knoblauch vereint, daher sein französischer Bärlauch »ail des ours«. Bärlauch wächst wild und wird in der lokalen Küche gerne verwendet.

Zwischenzeitlich – die erste Fassung dieses Textes stammt aus dem Jahre 2001 – hat der Bärlauch eine ähnliche Renaissance erlebt wie vor ca. einem Jahrzehnt die Rauke bzw. der Rucola. Kaum findet sich noch ein Gemüsehändler in Frankfurt, der zwischen April und Mitte Mai Bärlauch nicht im Angebot führt. Vor dem eigenen »Ernten« in Auen oder anderen Feuchtgebieten rät indes der Hessische Umweltminister ab. Nicht nur wegen der Verwechselungsgefahr der Blätter mit jenen (giftigen) von Herbstzeitlose und Maiglöckchen, sondern mehr noch, da sich auf ihnen Eier des Fuchsbandwurmes befinden könnten. »Nach einer Untersuchung seien bis zu 45 Prozent aller Füchse vom Fuchsbandwurm befallen, berichtete der Minister. Die Eier seien mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Wird ein Mensch infiziert, können sich die Larven des Parasiten in Leber, Lunge und Gehirn entwickeln und die Organe zerstören.« (F.A.Z. vom 19. April 2006).

Vor der Blüte gepflückter Bärlauch – statt Basilikum – und naturgemäß ohne Knoblauch – zu einem Pesto verarbeitet, potenziert bereits – gleich ob kulinarisch und/oder anderweitig bedingt – keimende Frühlingsgefühle ins Unendliche …

Tabernaemontanus (1522-1590) – genannt Jacob Theodor, »Medicus« und Apotheker mit Studium in Padua, Montpellier sowie Heidelberg, Leibarzt des Grafen Philipp II. von Nassau-Saarbrücken, vielleicht bekannter als Autor des 1588 veröffentlichten »New Kreuterbuch« – ist somit vehement zu widersprechen. Urteilte er doch über die »Natur und Eygenschafft« des zu seiner Zeit als Waldt Knoblauch bekannten Krautes:

»Dieses ist in seiner gantzen Substanz eines ublen starcken Geruchs unnd bösen Geschmacks: also dass wann das Rindviehe es in der Weyde versucht / so schmackt unnd reucht die Milch / Käss und die Butter so starck nach dem Knoblauch / dass dieselbige nicht leichtlich kan genossen werden.«

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