Für den Teig Mehl und 1¾ Tl. Salz in eine Schüssel geben. Die zerbröselte Hefe mit ca. 150 ml. lauwarmen Wassers und 2 El. Öl gesondert mischen. Nach und nach diese Mixtur zum Mehl geben. Von Hand zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten und dann kneten, bis er sehr glatt und weich ist. Zu einer Kugel formen, in eine Schüssel geben und mit einem feuchten Küchentuch abdecken. Bei Raumtemperatur für ca. 60 Min. ruhen lassen.
Oder – alternativ – beim Bäcker oder Pizza-Bäcker um 500 gr. Weißbrot- bzw. Pizza-Teig bitten.
Für den Belag die Gemüsezwiebeln schälen und halbiert in dünne Scheiben schneiden. Ersatzweise lassen sich auch die milden weißen Zwiebeln verwenden, nicht jedoch normale Speisezwiebeln, die für dieses Gericht zu scharf sind.
Den Knoblauch schälen und andrücken. Mit den Zwiebeln in Öl kurz andünsten, würzen. Vorsichtig salzen und bei kleiner Hitze mit ein wenig Zucker unter Wenden 30 bis 40 Min. dünsten.
Um sich häufiges Wenden und Kontrollieren zu ersparen: Einfach für die erste ¼ Std. einen Deckel auf den Topf geben. Der sich bildende Saft verdunstet während der restlichen Kochzeit …
Wenn die Zwiebeln fast schon geschmolzen sind, ohne dass sie dabei Farbe angenommen haben, diese über ein Sieb in ein sauberes Gefäß giessen und sodann auskühlen lassen.
Die Sardellen abspülen und in einem Sieb abtropfen lassen. Die Kapern ebenfalls spülen.
Den Ofen auf 240° vorheizen.
Den Teig auf wenig Mehl auf die Größe des Backblechs auswallen und das eingeölte Blech damit belegen. Mit einer Gabel einstechen. Die geschmolzenen Zwiebeln darauf geben. Die Sardellen kreuzweise auflegen, ebenfalls die Kapern und die entkernten Oliven. Die Thymianblättchen darauf verteilen.
Das Blech in die Mitte des Ofens schieben und die Temperatur nach 10 Min. auf 225° reduzieren. Für weitere 20 Min. backen, bis die oberste Schicht der Zwiebeln leicht zu bräunen beginnt.
Mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen, in Rechtecke schneiden und warm oder kalt als
Amuse gueule oder zum Wein servieren.
Der Name dieses südfranzösischen Zwiebelkuchens verweist nur eher zufällig auf die Pizza. Obgleich beide sich bezüglich des Teiges und hinsichtlich der Zubereitung her sehr ähneln: Die Pissaladière trägt ihren Namen nach der in der Umgebung von Nizza heimischen Paste namens »Pissalat« oder auch »Pissala«. Eine Paste aus Sardellen, Salz und Olivenöl, gewürzt mit Nelken, Thymian, Lorbeer und Pfeffer. Sie wurde vor geraumer Zeit dazu genutzt, die Fische haltbar zu machen.
Hierzu wurden die frisch gefangenen und ausgenommenen Fische – in früheren Zeiten vorzugsweise kleine Weißfische namens »blanchaille«, im provençalischen Dialekt »palaïa« genannt – ausgenommen, geputzt und lagenweise mit grobem Meersalz, Olivenöl und den Gewürzen in ein irdenes Gefäß geschichtet. Nach ca. zwei Wochen strich man die Masse durch ein Sieb.
Wer während eines Urlaubs am französischen Mittelmeer so ein Gläschen erstehen kann, sollte es nicht nur als Sardellenersatz für die Pissaladière, sondern auch für kaltes Fleisch oder als Aufstrich auf Baguette zum Wein probieren.
Nicht von ungefähr fehlen übrigens – zumindest bei der nach traditionellem Rezept hergestellten – auf der Pissaladière die Tomaten. Denn sie gab es lange bevor die Tomate ihren Weg über den großen Teich nach Europa fand.