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Zutaten: |
ca. 750 gr. Rhabarber
150 gr. Mehl 1 Päckchen Trockenhefe 2 Eier 8 El. Distelöl 5 El. Wasser 6 El. Puderzucker etwas Butter Salz |
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Zubereitung: |
Das gesiebte Mehl mit der Hefe und einer Prise Salz mischen. Aufhäufen und in die Mitte eine Mulde drücken. Esslöffelweise das Öl in das Mehl einarbeiten. Nach und nach das Wasser, dann das ganze Ei einarbeiten. Der Teig hat nun eine noch recht flüssige Konsistenz und sollte nicht lange ruhen. Den Ofen auf 210° vorheizen. Die Tarteform buttern und den Teig hinein geben. Mit einer Palette oder der Rückseite eines Esslöffels glatt streichen und an den Rändern leicht hoch ziehen. Den Rhabarber häuten und in ca. 4 cm. lange Stücke schneiden. Den Teig dicht damit auslegen. Das zweite Ei mit dem Puderzucker mit dem Mixer weißlich aufschlagen und über den Rhabarber gießen. Auf dem mittleren Schiene für ca. 35 Min. backen. Warm oder kalt servieren. ![]() Ja, ja, der Rhabarber … Zwei Vorurteile eilen ihm voraus: Erstens, es handele sich dabei um eine Frucht. Falsch, denn die Staudenform mit den riesigen Blättern lässt es bereits vermuten: Der Rhabarber zählt zu den Gemüsen, ist als Knöterichgewächs u.a. dem Sauerampfer verwandt. Und zweites sei er gar leicht giftig. Zwar enthalten Blätter wie Stängel – letztere jedoch deutlich weniger – Oxalsäure. Was den Gourmet zumindest während des Frühjahrs nicht zu kümmern hat. Erst ab ca. Mitte Juni steigt der Gehalt auch in den Stielen an, so dass dann auf den Genuss nicht nur aus gesundheitlichen Aspekten verzichtet werden sollte. Ach ja: Spinat, Mangold und Sauerampfer enthalten mehr Oxalsäure als der Rhabarber. Dennoch: Rhabarber möglichst nicht roh verzehren! In China war der Rhabarber, Aufzeichnungen zufolge, bereits 2700 v. Chr. als Heilmittel bekannt und wird seit ca. 2000 Jahren international gehandelt. Seinen Weg auf den europäischen Kontinent fand der durch Zucht kulinarisch nutzbar gemachte Rhabarber freilich erst sehr viel später. Mitte des 19. Jahrhunderts kam er über Großbritannien, wo er zu diesem Zweck kommerziell kultiviert wurde, zuerst nach Norddeutschland. Junge, kaum daumendicke Stangen können stets so wie sie sind verwendet werden Älteren – sie erhält man in der Regel im Handel – zieht man von unten nach oben vor der Weiterverarbeitung gründlich die Fäden bzw. die feste Haut ab. Abermals zurück zur Mär des giftigen Rhabarber: Wird er – der dem Körper Calzium entzieht – mit calziumreichen Produkten wie Sahne oder Milch serviert bzw. zubereitet, verbreitet sich nach dem Genuss ein eigenartig pelziges Gefühl im Mund, genauer: auf den Zähnen. Kein Grund zur Beunruhigung, denn die Kombination beider bildet Kalziumoxalat, das hierfür verantwortlich ist. |



Paul Bocuse