BärenkrebseBärenkrebse



BärenkrebseBärenkrebse
Da Bärenkrebse nicht unbedingt häufig im Handel angeboten werden – und da Teile der Spezies bereits überfischt sind – einige Informationen, die ähnlich rar sind. Folgender Text stammt aus einem zugegebenermaßen eigenwilligen Buch.
Bärenkrebse, Vertreter der Familie Scyllaridae, kommen auf der ganzen Welt vor. Ihren französischen Namen cigale de mer (Meerzikade), der auch in der italienischen und spanischen Bezeichnung anklingt, verdanken sie der Tatsache, daß sie unter Wasser deutlich hörbare Laute von sich geben, die dem Zirpen einer Grille ähnlich sind.
Sie haben alle die gleiche Form und dieselben allgemeinen Merkmale, aber sie unterscheiden sich in der Färbung und der Größe.
Der im Mittelmeer lebende Große Bärenkrebs (Scyllarides latus)kann bis zu 45 cm lang werden, während der Kleine Bärenkrebs (Scyllarus arctus), die wichtigste Bärenkrebsart im östlichen Atlantik, nur halb so groß ist.
Thenus orientalis, die Hauptart in den indopazifischen Gewässern, erreicht eine Länge bis zu 25 cm. Sein etwas kleinerer Verwandter, Ibacus ciliatus, fällt durch seinen hellroten Rücken auf.
Diese Krebstiere besitzen zwar ein recht wohlschmeckendes Fleisch, aber in der Fischereiwirtschaft kommt ihnen dennoch nicht die gleiche Bedeutung wie Hummern und Garnelen zu. Die an der Ostküste der USA heimischen Arten wie Scyllarides aequinoctialis, der bis zu 30 cm lang werden kann, werden sogar – mit Ausnahme von einigen wenigen Kennern in Florida – völlig mit Verachtung gestraft. Im Mittelmeer dagegen hat der Krebsfang durch einheimische Fischer und die Unterwassersportler die dortigen Bestände bereits erheblich reduziert.
In den letzten Jahrzehnten hat es Thenus orientalis in Australien unter dem Namen Moreton bay bug zu einem gewissen Ruhm gebracht. (…)
Sein südlicher Verwandter Ibacus peronii ist als Balmain bug bekannt geworden. Lesley Morrisy, eine australische Expertin für Krebstiere und ihre Zubereitung, erklärt, daß allgemein die Ansicht besteht, Thenus orientalis habe einen besseren Geschmack als Ibacus peronii. Außerdem schreibt sie, daß Bärenkrebse in Südaustralien manchmal – übrigens zu Unrecht – als »prawn killers« (Garnelenfresser) bezeichnet werden. In den Mittelmeerländern werden diese Hummer, zumindest die kleineren Exemplare, hauptsächlich für Fischsuppen verwendet. An einigen Orten (…) schätzt man jedoch große Exemplare von Scyllarides latus, die bis zu 2 kg schwer werden können, fast ebenso hoch wie Langusten und bereitet sie auf dieselbe Weise zu.

Alan Davidson / Charlotte Knox: Fische und Meeresfrüchte. Eine Fischkunde für Genießer; Beatzley Pub. 1988 (dt. 1991)